MyHammer Ausschreibungen und überzogenen Preise bzw. Preisvorstellungen

Ursprünglich geplant als Werkzeug der Nachbarschaftshilfe artet nun die Plattform MyHammer als Dumping-Marktplatz aus. Schon beim Durchlesen der Anzeigen vergeht einem der Spaß daran dort einen Auftrag anzunehmen. Nicht, dass dieser Artikel hier falsch verstanden wird: Der Artikel geht absolut nicht gegen die Betreiber der Plattform, obwohl mir deren Preispolitik auch nicht gefällt, sondern der Artikel geht primär gegen die Nutzer und deren überzogenen Preisvorstellungen.

Auf der anderen Seite stehen natürlich auch die Anbieter, welche ein Auftragsgebot zu einem absolut lächerlichen Dumpingpreis abgeben. MyHammer macht es in diesem Bereich den Anbietern auch recht leicht wirklich seriös zu wirken. Durch die Bezahlung des Business Partners Obolus kommt man in den Genuss der besonderen Kennzeichnung und einiger anderer Vorschusslorbeeren, welche man lediglich erkauft.

Gerade im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Webseitenerstellung werden teils haarsträubende Angebote gemacht. So musste ich mich letztens einem Angebot, eines Business Partners geschlagen geben, welcher eine Homepage für 10 Euro die Seite erstellt. Der Ausschreibungstext erwähnte etwas von „etwa fünf Seiten“, so dass der Business Partner hier summa summarum die Durchführung der Webseitenerstellung für einen Katzenzüchter für 50 Euro anbieten konnte. Das liegt etwas über meinem Stundensatz, so dass ich hier natürlich passen musste.

Mich persönlich würde einmal die Qualität dieser Dumping-Anbieter interessieren. Aber auch die Ausschreibungen an sich sind stellenweise dermaßen realitätsfremd, dass ich mich Frage ob da bei der Erstellung der Ausschreibung eventuell doch Drogen mit im Spiel waren. Die Einrichtung eines kompletten Onlineshops, mit sämtlichen Zusatzfeatures, integriertes Content-Management-System und natürlich ein individuelles Design soll für 450 Euro zu machen sein? Wo leben denn die Ersteller solcher Ausschreibungen?

Hier mal ein paar Beispiele, eventuell wird es dann etwas deutlicher:

Ich bin auf Kommentare / Meinungen gespannt ob ich das ganze etwas übertrieben sehe oder ob meine Skepsis ggü der Ausschreibungen und Angebote durchaus angebracht ist.

Zum Abschluss habe ich selbst  eine Ausschreibung gestartet und freue mich jetzt schon auf die Angebote. Wenn alles klappt habe ich in einem halben Jahr ein eigenes Haus für 489 Euro. Ma schaun.

5 Antworten auf „MyHammer Ausschreibungen und überzogenen Preise bzw. Preisvorstellungen“

  1. Hallo Gernot,

    über Gerrit und P-8 bin ich auf Deine Seite gestoßen. Ich glaub, ich kann hier noch einiges lernen!! 🙂

    Zur Frage (auch wenn sie schon etwas älter ist …)
    Ich sehe es genauso wie Du. Solche „Angebote“ wie sie auf myhammer abgefragt werden, sorgen dafür, dass die Preise für Webdesign im Keller sind (so erlebe ich es zumindest).

    Vor zwei Jahren habe ich einer Kundin ihre Internetseite neu erstellt, für etwas über 900 Euro. Jetzt kam sie vor ein paar Wochen an und meinte, sie möchte ihre Seite gerne „emotionaler“ haben und hätte auch schon ein Angebot vorliegen, das die Neugestaltung und das Aufsetzen auf Joomla umfassen würde. Preis: 250 Euro!!
    Da halte ich nicht mit …

    Ich denke, die Leute sehen einfach nicht, was alles an Arbeit hinter einer „einfachen“ Internetseite steckt. Kostenlose „Homepagebaukästen“ & Co., sowie Studenten, die das „für n Appel und n Ei“ erledigen, tun ihr übriges dazu.
    Das ist auch mit ein Grund, warum ich Websites momentan „nur“ im Nebenerwerb erstelle …

    Viele Grüße aus Ulm

    Florian Andreas Vogelmaier

  2. Hi Florian,
    vielen Dank für Deine Meinung. Und ja: Es wird immer schlimmer mit den Webdesign-Dumping-Preisen. Das zieht sich aber auch über alle Bereiche der Internetdienstleistungen.

    Aber auf der anderen Seite denke ich, dass Kunden dann auch mal Qualität und persönlichen Service zu schätzen wissen und auch gerne einmal ein bisserl tiefer in die Tasche greifen, wenn alles stimmig ist. Ich kann als Kunde natürlich nicht von einem Studenten (aber auch hier gibt es Ausnahmen) erwarten, dass ich die perfekte Webseite oder gar eine perfekte Online-Marketing-Strategie auf den Tisch gelegt bekomme.

    Aber das können wir (als Dienstleister) natürlich nicht beeinflussen. Ich verstehe nur manchmal nicht, warum keiner auch nur mit der Wimper zuckt wenn eine Werkstatt bei der Autoreparatur 65 Euro die Stunde (Arbeitszeit) in Rechnung stellt, aber bei einem Webdesigner es irgendwie einfach billiger sein muss. Da fehlt manchmal die Verhältnismäßigkeit. Aber auch das ist von Kunde zu Kunde verschieden.

    Ich kann Dir auf jeden Fall anraten, deine Dienstleistungen ruhig etwas auszuweiten (nicht nur als Nebenerwerb) aber trotzdem deinen Prinzipien treu zu bleiben.

    Grüße nach Ulm (ist schön da, ich war mal in Dornstadt stationiert *g*)

  3. Hallo Franz, danke für Deinen Kommentar. Ich finde den Beitrag allerdings etwas überzogen und ich zweifle auch etwas an dem Autentizität.

    Welche Firma, ich beziehe mich hier auf die Screenshots, outet sich denn mit den aktuellen Geschäftsbeziehungen? „Ich hab kein Bedarf, da ich von Polski-Marketing GmbH betreut werde“ Wer macht sowas. Das ist nicht sehr realistisch.

    Jedoch sehe ich natürlich das ein oder andere Problem schon diesbezüglich. Allerdings muss man halt einfach durch Qualität und Service herausstechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies allen Firmen heutzutage egal ist.

  4. Hallo,

    vielen Dank, ein toller Beitrag. Ich muss zustimmen. Das Dumping geht mittlerweile auf 2 bis 3 Euro (!) pro Stunde runter.

    So ist jede Webdesign Firma zum Scheitern verurteilt, wenn Sie keine Kunden aus der Umgebung oder über Mundwerbung hat.

    Es ist schon traurig. Man kann Informatik an einer renommierten Universität studiert haben und viel Fleiß und Leidenschaft in seine Arbeit legen. Für eine Woche Arbeit erhält man dann aber 250 Euro. Das reicht nicht zum Leben.

    Ich würde mich über einige Tipps freuen. Der Weg über das Internet scheint wahrlich nicht der beste zu sein.

    Liebe Grüße

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