Gernot Gawlik

Onlinemarketing, E-Commerce, Google

Besondere Auszeichnung: JahresendSEO – Sau

seo-sauDass es in den Weiten des Internets ganz intelligente und leider auch weniger intelligente Individuen gibt, war mir bewußt. Jedoch kann auch ich tatsächlich noch überrascht werden. Im Blog des verehrten Elias Schwerdtfeger unter http://spam.tamagothi.de/2011/09/15/jahresendseo-sau-medienlobby-de/ wird auf eine sehr packende Art und Weise über den Berufsstand des Suchmaschinenoptimierers gelästert und hergezogen.

Hintergrundinformationen:

Ich verrichte meine Dienste in einer Online-Marketing-Agentur. In dieser Agentur ist es tatsächlich so, dass wir den Facharbeitermangel dadurch mit eindämmen wollen, dass wir junge Menschen in einem Beruf ausbilden. In unserem Falle hat am 1. September diesen Jahres ein Azubi des Berufs Medienkommunikation Digital und Print seine Ausbildung begonnen. Nun ist es nunmal so, dass zu den Aufgabengebieten einer Online-Marketing-Agentur auch eben die Suchmaschinenoptimierung gehört. Das sich nun die Suchmaschinenoptimierung in On- und Offpage gliedert erwähne ich nur so nebenbei. Nun wurde der Azubi zu reinen Ausbildungszwecken von mir „genötigt“ an dem, im Moment stattfindenden, SEO-Wettbewerb „JahresendSEO“ teilzunehmen. Als Grundlage hierfür nahmen wir einen Blog her, welcher zuvor von einem anderen Auszubildenden „händisch“ und „manuell“ gepflegt wurde (www.medienlobby.de).

Anklage:

Herr Schwerdtfeger ist nun der Meinung, dass der junge Azubi – wir nennen Ihn mal Chris – sich mit diesem Kommentar:

Name: Chris Meixner
Homepage: www (punkt) medienlobby (punkt) de (slash) allgemein (slash) jahresendseo (strich) wettbewerb (strich) der (strich) telekom (slash)

Interessante Info’s

auf infame Art und Weise selbst in ein Abseits geschossen hat aus welchem es eigentlich kein Zurück mehr geben sollte. Herr Schwerdtfeger bezeichnet somit unseren Azubi indirekt – wenn nicht sogar direkt – als Sau. Den Inhalt des Kommentars beschreibt der Artikelersteller als – Zitat –  „…asozialer, widerwärtiger und böser Missbrauch von Kommunikationskanälen„. Der Wettbewerb des JahresendSEO wird beschrieben als – Zitat: – „sinnfrei und bescheuert„. Aber gerne kann in diesem Screenshot der komplette Artikel gelesen werden.

Sachlage:

Selbstverständlich hat unser neuer Auszubildender einen Fehler gemacht. Ich kann durchaus an einem Wettbewerb teilnehmen und Kommentare bei den Mitstreitern abgeben. Diese sollten auch natürlich Sinn und Verstand haben und sich nicht an Spam-Bots orientieren. Aber genau das will eben auch gelernt sein und es möchte hier auch Erfahrung gesammelt werden. Ganz ohne Praxis geht es nun einmal nicht und ich finde, dass es schlimmeres gibt als ein Zweiwortkommentar des Azubis. Natürlich können wir jetzt auch die Aufgaben eines Suchmaschinenoptimierers beleuchten und Herrn Eckert fragen was denn so schlimm daran sei, wenn bei der Eingabe des Suchwortes „KFZ Werkstatt Würzburg“ eine von Existenzgründern neu eröffnete KFZ Werkstatt in Würzburg erscheint. Uhhhhha, böse, böse. Ohne SEO ist das halt nicht ganz so leicht, aber wir können die Existenzgründer ja wieder in die Insolvenz schicken, was soll’s.

Fazit:

Geehrter Herr Schwerdtfeger: Hiermit erfülle ich Ihnen Ihren Wunsch:

Schade, dass ich derartiger Kommentatoren – es war bislang durchaus nicht der einzige oder auch nur erste – nicht habhaft werden kann. Ich würde ihnen zu gerne diesen Hauptpreis, das begehrte iPad, überreichen und sie mit der dafür angemessenen Gewalt dazu zwingen, es vollständig aufzuessen.

…und liefere Ihnen unseren netten 16-jährigen Azubi aus, damit Sie ihn mit der „angemessenen Gewalt dazu zwingen können ein iPad zu essen“. Sie können gerne mit mir telefonischen Kontakt aufnehmen um einen Termin für ein Treffen bei uns im Haus auszumachen. Jedoch überlege ich mir doch gerade, ob ich mich auf Ihr Niveau denn begeben sollte. Im Endeffekt hat unser Azubi nichts getan, was eine solche Beschimpfung rechtfertigen würde. Aber werfen Sie doch einfach mal den ersten Stein!

3 Kommentare

  1. Ein fröhliches Hallo von mir, Herr Gawlik,

    das Blog „Unser täglich Spam“ wird nicht von Frank betrieben und vollgeschrieben, sondern von mir, dem Elias Schwerdtfeger — das ist ja auch im Impressum nachlesbar. Aber es kann auch alles schon ein bisschen verwirren, da mein unstetes Leben ohne eine Anschrift ist. Weil ich mich regelmäßig um den Mailserver kümmere, sehe ich beinahe jeden Tag sehr viel Spam (und leider immer auch den einen oder anderen false positive), und irgendwann habe ich halt damit angefangen, regelmäßig über Spam zu bloggen.

    Das Gesicht der Spam hat sich in den vielen Jahren meiner bewussten Aufmerksamkeit spürbar gewandelt. Als ich mit dem Blog anfing, war die E-Mail-Spam eine noch schlimmere Seuche als sie es heute ist, und es gab auch noch hin und wieder neue „Maschen“. Inzwischen ist E-Mail-Spam auf dem Rückzug. Sie ist noch da, sie ist auch noch lästig und schädlich, aber es gibt keine neuen „Maschen“ mehr, so dass sie bestenfalls für völlig unerfahrene Menschen gefährlich ist. Das führte aber nicht dazu, dass die Spammer auf einmal einen weniger verwerflichen Brotwerwerb gefunden hätten, nein, die Spammethodik hat sich immer mehr auf andere Bereiche verlagert. Ich erlebte mit Spamlinks vergällte Themes und Plugins für populäre Webanwendungen, Spam über Instant Messaging, Spam im so genannten Web-Zwo-Null, Spam auf allen Kanälen

    Als ich vor vielen Jahren — damals noch mit einer selbstgeschriebenen Software — zu bloggen begann, gab es fast keine Kommentarspam, heute macht sie nach meiner Erfahrung über 98 Prozent des gesamten Kommentaraufkommens aus. Es gibt diese Spam in vielerlei Graden, aber dem größten Teil der heute erstellten (und nur selten von Hand geschriebenen) Kommentarspam ist gemeins, dass es um die Linksetzung auf irgendwelche Websites geht, die auf diese Weise im Ranking der Suchmaschinen nach oben gebracht werden sollen, weil das mit den dort dargebotenen Inhalten (oder besser: der Inhaltslosigkeit) nicht zu funktionieren scheint.

    Natürlich ist ein großer Teil dieses Spamaufkommens automatisch „behandelbar“, da diese Spam mechanisch erstellt wird. (Es ist erstaunlich, wie viele Spamskripten auf ein einziges, über CSS unsichtbar gemachtes Eingabefeld reinfallen.) Dass ich nicht eine Minute lang eine Litfaßsäule für Betrugscasinos, angebliche Apotheker, kriminelle Händler mit nicht-lizenzierten Softwarekopien, Datingbetrüger und — immer wieder „gern“ dazwischen — Kriminelle, die über Sicherheitslecks der populären Browser Malware installieren wollen sein möchte, können sie sich gewiss vorstellen. Oft ist diese Spam so „billig“, dass sie keiner weiteren Erwähnung bedarf.

    Seit gut drei Jahren wird dieser „normale Wahnsinn“ der Kommentarspam jedoch immer mehr von einer Form der Spam überlagert, die sich nicht leicht automatisch behandeln lässt. Diese Spam ist immer handgeschrieben, und sie weist in manchen Fällen sogar einen oberflächlichen Bezug zum Kontext des kommentierten Textes auf (verlässt also den Bereich, den man klar als „Spam“ benennen kann — aber eine Google-Suche mit Textfragmenten aus dem Kommentar zeigt mir oft schnell, dass hier Menschen ihre eigenen Kommentartexte eifrig recyclen). Diese Form der Spam richtet sich nie an menschliche Leser, sondern dient ausschließlich der Linksetzung und der Manipulation von Suchmaschinen. Auch dafür bin ich keine Litfaßsäule, und ich will es nicht eine Minute lang sein…

    Ihr Azubi ist zumindest heute ein derartiger Kommentarspammer gewesen. Gewiss nicht der Schlimmste und Lästigste, nein, nicht einmal der Dümmste unter denen, die auf diese Weise versucht haben, Keywords auf den SylvesterSEO (oder so ähnlich) zu legen. Aber er war einer, den ich willkürlich herausgepickt habe, weil ich das immer wieder zu tun pflege — was ich auch jedes Mal dazu schreibe. Das mag ungerecht sein, aber wenn ich alle nähme, statt sie mit möglichst geringem Aufwand zu löschen und weitere Domains in meine Blacklist einzutragen, würde ich den ganzen Tag lang nichts anderes mehr tun.

    Bei ihrem Azubi, vor dem sie sich so vorbildlich und ehrenhaft gestellt haben, entschuldige ich mich, denn der von mir in „Unser täglich Spam“ gepflegte, gallenhaltige und bittere Tonfall war für seine besondere Lebenssituation und Lebenserfahrung mindestens eine Größenordnung zu grob. Sollte ihr Azubi dort seinen Realnamen angegeben haben, teilen sie mir dies bitte in einer Mail mit, damit ich diesen Namen aus „Unser täglich Spam“ entferne. Ich bin es nämlich gewohnt, dass in Spam keine echten Namen verwendet werden.

    Dass dieser von mir mit etwas Unrecht sehr scharf angegangene Azubi allerdings in einem Ausbildungsbetrieb lernt, in welchem allen Ernstes im Kontext einer solchen Spam die Auffassung vertreten wird, dass eine Manipulation der Suchmaschinen… sorry… ohne Maßnahmen zur so genannten „Suchmaschinenoptimierung“ jedem Unternehmer die Insolvenz droht, lässt mich nichts Gutes für seine Zukunft erwarten. Außer natürlich, mit diesem Wort, dass so sehr im Dunstkreis von unerfreulichen Machenschaften geraten ist, wurde nichts weiter gemeint als eine semantisch sinnvolle und technisch kompetente Auszeichnung von Webinhalten im Rahmen eines auf langfristigen Erfolg angelegten, individuellen Konzeptes.

    Lassen Sie es sich gut gehen!

    Elias

    • Gernot

      15. September 2011 at 19:34

      Hallo Herr Schwerdtfeger, vielen Dank für Ihre Antwort, ich werden den Artikel bezüglich des Namens entsprechend abändern. Auch ich begann vor vielen Jahren auf goerni.de mit einem selbstentwickeltem CMS und kannte die Kommentarfunktion erst mit Einführung des WordPress. Ich möchte auch garnicht leugnen, dass es Kommentarspam gibt und vertraue hier auf AntispamBee, Akismet und Co. und brauche somit nicht stundenlang Blacklists zu pflegen.

      Aber das mit dem Kommentarspam des Azubi ist doch Quatsch, sind wir einmal ehrlich. Sind Sie tatsächlich so naiv und denken, dass es auf einen Artikel, welcher auschließlich das Ziel hat einen Wettbewerb zu gewinnen, Kommentare geben kann ohne die Intention einen Link auf seinen eigenen Artikel abstauben zu wollen? Warum wird denn hier nicht einfach die Kommentarfunktion deaktiviert?!? (Ja, das geht) Es ist doch nicht verwerflich, in diesem Kontext einen Kommentar zu schreiben, welcher aus Ihrer Sicht zwar Spam darstellt jedoch aus meiner Sicht tatsächlich eine Kommunikation mit Gleichgesinnten darstellt. Zweiwortkommentare sind auch von mir hier absolut ausgenommen. Geschadet wird hier in der Tat niemandem.

      Leider kann ich mich auch nicht mit Ihrer Art anfreunden alles und jeden über einen Kamm zu scheren. Sie schreiben, dass (Zitat) „…in dem Ausbildungsbetrieb die Auffassung vertreten wird…“, auch das ist nicht ganz korrekt. Das stellte meine Meinung dar und ich bin definitiv nicht der ganze Ausbildungsbetrieb. Und Sie hätten eigentlich auch erkennen können, dass dieser Sachverhalt absichtlich von mir überspitzt dargestellt wurde. Es ist in der Tat so, dass viele Unternehmen die Suchmaschinenoptimierung betreiben – und in Ihren Augen die Suchmaschinen manipulieren – mehr Umsatz machen als vorher. Auch hier finde ich nichts verwerfliches daran. Erklären Sie doch bitte dem ehrenhaften Einzelunternehmer, warum er denn durch Hilfe der Manipulationsmaßnahmen mit seinen Produkten in einer aus logischen Operationen und Algorithmen bestehenden Maschine nicht gefunden werden und lieber auf Umsatz verzichten sollte, weil SEO ja böse ist. Natürlich gilt es zuerst das Markup zu beachten, aber damit ist halt noch nicht alles abgefrühstückt. Hier gehen unsere Meinungen auseinander und Sie werden aufgrund dieser Tatsache wieder persönlich und stempeln den Ausbildungsbetrieb insgesamt als schlecht ab.

      Gerne würde ich auch noch eines anfügen: In dem aus dem Kommentar heraus verlinktem Blog erscheine ich von Anfang an im Impressum als Ansprechpartner. Somit hätten Sie sich jederzeit an mich wenden können und wir hätten die Sache geklärt. Einen reißerischen Artikel zu verfassen mit dem Hinweis, dass diese „Kommentarspammer“ schwer zu fassen sind, nur um wieder ein bisschen als kleiner Weltverbesserer dazustehen halte ich persönlich für den schlimmeren Spam.

      Nichts desto Trotz leite ich Ihre Entschuldigung gerne an unseren Azubi weiter und wünsche auch Ihnen für Ihren Lebensweg alles Gute.

  2. Ich kann einerseits natürlich verstehen, dass man sich als Blogbetreiber über solche sehr plumpen und gleichzeitig automatisch schlecht erkennbaren Spamkommentare aufregt, aber den letzten Absatz Ihres Textes kann man so nicht stehen lassen. In vielen Bereichen mit Konkurrenz können Sie mit reinem Onpage SEO keinen Blumentopf gewinnen, da kann ihr Konzept noch so toll sein. Dafür kann der Azubi nichts und jeder andere SEO auch nicht. Das man ohne SEO nicht gleich in die Insolvenz gehen muss ist natürlich wahr, ein Bekannter von mir betreibt einen ziemlich erfolgreichen Online Shop und bekommt viele Kunden über Mundpropaganda, Messen etc. Aber über Suchmaschinen bekommt er eben sehr viel weniger Kunden, als er bekommen könnte, wenn er in Offpage SEO investieren würde. So lange das so ist, werden Sie mit dem Kommentarspam leben müssen, wie Sie mit der Werbung im Briefkasten leben müssen. Und Sie können sich sicher sein, dass das SEOs ebenso aufregt wie Sie, denn niemand hat Lust darauf stumpfsinnig Kommentare in Blogs zu hinterlassen.

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